Langdock, Copilot oder ChatGPT Enterprise? Entscheidungshilfe zur KI-Plattform
Für die meisten Unternehmen passt eine datenschutzkonforme Plattform in der Cloud, die Modelle mehrerer Anbieter bündelt, etwa Langdock. Läuft eure Arbeit fast vollständig in Microsoft 365 oder braucht ihr ein C5-Testat, passt Microsoft 365 Copilot. ChatGPT Enterprise passt, wenn ihr euch bewusst auf OpenAI festlegt. Wichtiger als die Wahl ist, dass ihr überhaupt eine Plattform habt.
Warum braucht ihr überhaupt eine KI-Plattform?
Die Plattform ist das Spielfeld. Ohne Spielfeld wird nicht gespielt, egal wie motiviert eure Leute sind. Oder sie spielen privat, mit Firmendaten in privaten Konten.
Wir denken die Einführung von KI in drei Teilen. Das Spielfeld ist die Plattform, auf der euer Team arbeitet. Die Spielregeln sind Gesetze, Verträge und eure eigene KI-Richtlinie. Die Spieler sind eure Mitarbeitenden, die KI nutzen wollen, können und dürfen. Fehlen Spielfeld oder Spielregeln, blockiert das alles andere.
Ein gutes Spielfeld lässt euer Team gemeinsam arbeiten: Assistenten und Agenten bauen, teilen und weiterentwickeln, eigene Daten anbinden, starke Modelle nutzen. Mehr dazu im Artikel Im KI-Limbo.
Worin unterscheiden sich Langdock, Copilot und ChatGPT Enterprise?
Langdock bündelt Modelle mehrerer Anbieter in einer Plattform, die in der EU betrieben wird. Microsoft 365 Copilot ist tief in Outlook, Teams und SharePoint eingebaut. ChatGPT Enterprise ist die Firmenversion von OpenAI und nutzt nur deren Modelle.
| Langdock | Microsoft 365 Copilot | ChatGPT Enterprise | |
|---|---|---|---|
| Modelle | mehrere Anbieter, etwa OpenAI, Anthropic, Google und Mistral | Modelle von OpenAI, dazu Anthropic (in EU-Mandanten zunächst abgeschaltet) | nur Modelle von OpenAI |
| Datenhaltung | Betrieb in der EU, Modelle außerhalb der EU abschaltbar | EU-Datengrenze von Microsoft, mit Ausnahmen etwa für Anthropic-Modelle | Datenhaltung in der EU wählbar |
| Training mit euren Daten | nein | nein | nein |
| Nachweise | ISO 27001, SOC 2 Typ II, kein C5 | im C5-Testat von Microsoft 365 enthalten | ISO 27001, SOC 2 Typ 2, kein C5 |
| Anbindung | Microsoft 365 nach Freigabe der IT, Google Workspace | Outlook, Teams, SharePoint, OneDrive, kein Gmail | Microsoft 365, Google Workspace, Slack und weitere |
| Agenten | im Preis enthalten, mit Wissen im Team teilbar | Agent Builder; Agenten, die handeln, über Copilot Studio nach Verbrauch | eigene GPTs und Workspace-Agenten |
| Verwaltung | ein Fachteam kann den Workspace führen | braucht die IT, verteilt auf mehrere Admin-Portale | zentrale Admin-Konsole |
| Preis pro Person und Monat | 25 Euro (Business) | 18,20 Euro (Business) oder 26 Euro (Enterprise), zusätzlich zu Microsoft 365 | individuelles Angebot |
Preise sind Listenpreise netto, Stand Oktober 2026. Die kleinere Variante ChatGPT Business kostet 21 Euro pro Person und Monat. Eine Datenhaltung in der EU bietet OpenAI dort nicht an.
Wie trefft ihr die Entscheidung?
Mit fünf Fragen in fester Reihenfolge. Für die meisten Unternehmen führen sie zu einer datenschutzkonformen Plattform in der Cloud, die Modelle mehrerer Anbieter bündelt.
| Frage | Unsere Antwort |
|---|---|
| 1. Selbst betreiben oder einkaufen? | Einkaufen. Wir haben noch keine Organisation gesehen, die eine selbst betriebene KI-Plattform datenschutzkonform betreibt. Warum, steht im Artikel KI und Datenschutz. |
| 2. Ein Modellanbieter oder mehrere? | Im Zweifel mehrere. Das schützt vor Abhängigkeit, und ihr nutzt jeweils das beste Modell. |
| 3. Cloud oder lokal auf dem Rechner? | Im Zweifel Cloud. Lokale Werkzeuge wie Claude Code passen für kleine Teams, die tief einsteigen. |
| 4. Sicherheit und Datenstandort? | ISO 27001 beim Anbieter selbst, Verarbeitung in der EU, kein Training mit euren Daten. |
| 5. Gibt es Sonderfälle? | Berufsgeheimnis nach § 203 StGB: Anbieter zur Verschwiegenheit verpflichten. Gesundheits- und Sozialdaten nach § 393 SGB V: C5-Testat nötig. |
Daraus ergibt sich für typische Lagen diese Empfehlung:
| Eure Lage | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Ihr verarbeitet Gesundheits- oder Sozialdaten und braucht ein C5-Testat | Microsoft 365 Copilot |
| Eure Arbeit läuft fast vollständig in Microsoft 365, die IT treibt die Einführung | Microsoft 365 Copilot |
| Ihr wollt Modelle mehrerer Anbieter und schnell starten | Langdock |
| Fachbereiche sollen Agenten bauen und teilen, ohne auf die IT zu warten | Langdock |
| Ihr arbeitet mit Google Workspace oder mit beidem | Langdock oder ChatGPT Enterprise |
| Ihr habt euch auf OpenAI festgelegt, die Belegschaft kennt ChatGPT | ChatGPT Enterprise |
Danach probiert ihr aus: Baut auf der Plattform eurer Wahl einen ersten Agenten für eine echte Aufgabe. Die Plattformfragen lassen sich in einem Gespräch von 30 Minuten klären. Viele Unternehmen drehen sich damit ein halbes Jahr im Kreis.
Wann passt Microsoft 365 Copilot?
Wenn eure Arbeit fast vollständig in Microsoft 365 läuft und ihr wenig zusätzliche Komplexität wollt. Copilot greift direkt auf Mails, Termine, Teams-Chats und Dateien zu, mit den Rechten der jeweiligen Person. Seid ihr mit Copilot schon zufrieden, wechselt nicht.
Copilot ist auch die naheliegende Wahl, wenn ihr ein C5-Testat braucht. Das ist ein Prüfnachweis nach dem Kriterienkatalog des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Im Gesundheitswesen ist er Pflicht: Wer Gesundheits- und Sozialdaten in der Cloud verarbeitet, braucht nach § 393 SGB V einen Anbieter mit C5-Testat. Mehr dazu unter C5-Testat für KI im Gesundheitswesen.
Rechnet mit Aufwand in der IT. Die Steuerung verteilt sich auf mehrere Admin-Portale. Agenten, die selbst handeln, laufen über Copilot Studio und kosten nach Verbrauch. Wer Copilot nur einschaltet, bekommt einen teuren Chatbot. Erst die Schulung macht daraus ein Arbeitswerkzeug.
Copilot Chat ist in den bezahlten Microsoft-365-Abos enthalten. Auf eure Mails, Termine und Dateien greift erst die Zusatzlizenz Microsoft 365 Copilot zu.
Wann passt Langdock?
Wenn ihr Modelle mehrerer Anbieter nutzen und schnell starten wollt. Ein Fachteam kann den Workspace selbst führen. Agenten lassen sich samt ihrem Wissen im Team teilen.
Was bei Microsoft auf Copilot, Copilot Studio und Cowork verteilt ist, steckt bei Langdock in einer Oberfläche. Die Lernkurve ist entsprechend flacher. Neue Modelle stehen in Langdock meist wenige Tage bis zwei Wochen nach ihrer Veröffentlichung bereit. Modelle außerhalb der EU lassen sich für den ganzen Workspace abschalten.
Die Grenzen: Langdock hat kein C5-Testat. Die Anbindung an Microsoft 365 reicht weniger tief als bei Copilot und braucht trotzdem die Freigabe eurer IT.
Grünhage AI ist zertifizierter Partner von Langdock. Wir haben Teams aus 26 Unternehmen auf Langdock geschult. Wir schulen auch auf Microsoft Copilot und Claude.
Wann passt ChatGPT Enterprise?
Wenn ihr euch bewusst auf OpenAI festlegt und eure Mitarbeitenden ChatGPT schon kennen. ChatGPT Enterprise bietet Datenhaltung in der EU, eigene GPTs, Workspace-Agenten und Anbindungen an Microsoft 365 und Google Workspace.
Den Preis verhandelt OpenAI individuell. Ihr bindet euch an die Modelle eines einzigen Anbieters. Unsere Erfahrung: Wer ChatGPT Enterprise oder Copilot bereits gut nutzt, wechselt selten.
Sind KI-Plattformen datenschutzkonform?
Ja, wenn ihr sie prüft wie jedes andere System. Die DSGVO kennt keinen Unterschied zwischen KI und anderer Software. Eine KI-Plattform ist ein weiterer Auftragsverarbeiter, wie euer Mailserver oder SharePoint.
Plattformen wie Langdock liefern vor allem Compliance. Sie schließen die Verträge mit den Modellanbietern und halten die Kette vom Kunden bis zum Modell sauber. Auf allen drei Plattformen ist das Training mit euren Daten abgeschaltet. Bei privaten Konten ist das nicht sicher. Dort landen Firmendaten im schlimmsten Fall im Training der Modelle.
Kommen Modelle aus den USA ins Spiel, gibt es drei Wege. Sie unterscheiden sich darin, wie belastbar sie sind:
| Weg | Was er bedeutet | Belastbarkeit |
|---|---|---|
| Standardvertragsklauseln | Vertrag mit dem Anbieter in den USA, dazu eine eigene Prüfung des Transfers | unterste Stufe |
| EU-US Data Privacy Framework | Der US-Anbieter ist zertifiziert und gilt damit als gleichwertig | gilt heute, kann aber wie seine Vorgänger vor Gericht fallen |
| Verarbeitung in der EU | Daten und Modelle laufen auf Servern in der EU | am robustesten |
Prüft Nachweise beim Anbieter selbst. Der Hinweis auf „zertifizierte Rechenzentren“ reicht nicht. Das ist, als hätte das Auto TÜV, der Fahrer aber keinen Führerschein. Lasst euch das ISO-27001-Zertifikat des Anbieters zeigen und prüft, wer es ausgestellt hat.
Für Berufsgeheimnisträger wie Kanzleien, Steuerberatungen oder Arztpraxen gilt zusätzlich § 203 StGB. Der Anbieter muss sich zur Verschwiegenheit verpflichten. Langdock bietet dafür eine Zusatzvereinbarung an.
Und stellt eurem Datenschutz die richtige Frage. Auf „Dürfen wir Langdock nutzen?“ lautet die Antwort fast immer Nein. Fragt konkret: Dürfen wir für diesen Zweck diese Daten auf dieser Plattform verarbeiten? Dann geht es um vier Punkte: Rechtsgrundlage, Zweck, Empfänger mit Auftragsverarbeitungsvertrag und Drittland, technische Schutzmaßnahmen mit Löschfristen. Warum Verbote und Eigenbau nicht weiterhelfen, steht im Artikel KI und Datenschutz: 3 Fehler, die dich einholen.
Was kostet eine KI-Plattform?
Rechnet mit 20 bis 30 Euro pro Person und Monat für die Grundlizenz. Wer viel mit KI arbeitet, braucht bald eine größere Lizenz für rund 100 Euro. Gemessen an den Personalkosten ist beides wenig.
Eine Lizenz für 30 Euro im Monat kostet 360 Euro im Jahr. Eine Stelle kostet ein Vielfaches davon. Spart am Anfang nicht an Lizenzen. Sonst bremst ihr die Leute, die am schnellsten vorankommen.
Größere Lizenzen gibt es bei allen Anbietern. Bei Langdock heißt sie Business Max und kostet 99 Euro, bei ChatGPT Business die Premium-Lizenz 105 Euro. Bei Microsoft kommen für Agenten, die handeln, Kosten nach Verbrauch dazu.
Was sagt der Betriebsrat dazu?
Jede dieser Plattformen kann das Verhalten oder die Leistung von Beschäftigten erfassen. Deshalb hat der Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Prüft früh, ob eure bestehende IT-Betriebsvereinbarung die neue Plattform abdeckt.
Das kann die Wahl entscheiden. Bei einem Interessenten deckte die bestehende Vereinbarung zu Microsoft 365 auch Copilot ab. Für Langdock verlangte der Betriebsrat eine eigene KI-Betriebsvereinbarung.
Kann man die Plattform später wechseln?
Ja. Wer auf einem Auto fahren gelernt hat, kann auch ein anderes fahren. Was euer Team in der Schulung lernt, funktioniert auf jeder Plattform: Aufgaben beschreiben, Kontext geben, Ergebnisse prüfen.
Eure Daten bleiben in euren Systemen, etwa in SharePoint oder Google Drive. Die Beschreibungen eurer Agenten und Abläufe nehmt ihr als Text mit. Neu einrichten müsst ihr Anbindungen und Rechte. Nach einem Wechsel wackelt es ein paar Tage.
Die falsche Plattform zu wählen, ist deshalb kein Weltuntergang. Ihr lernt dabei eure eigenen Anforderungen kennen. In 9 von 12 Erstgesprächen mit Geschäftsführungen kam die Frage nach der richtigen Plattform, meist aus Sorge, sich falsch festzulegen. Problematisch ist nur, noch gar keine Plattform zu haben. Was für die Einführung von Langdock gilt, steht unter Langdock im Unternehmen einführen.
Nächster Schritt
Ihr wollt wissen, welche Plattform zu euch passt? Im Erstgespräch klären wir es in 30 Minuten, kostenfrei. Auf Wunsch folgt ein zweiter Termin nur zur Plattformwahl, ebenfalls kostenfrei.
Erstgespräch vereinbarenStand Oktober 2026. Preise: Listenpreise der Anbieter, netto pro Person und Monat; Microsoft bei Jahresbindung, abgerufen im September 2026; Langdock und OpenAI abgerufen am 3. Oktober 2026. Funktionen und Nachweise: Angaben der Anbieter und eigene Tests in Kundenprojekten. Erstgespräche: unsere Auswertung von zwölf Gesprächen mit Geschäftsführungen, Stand September 2026. Grünhage AI ist zertifizierter Partner von Langdock.
Datenschutz und Governance bei Grünhage AI. Ex-Bundesinnenministerium, neun Jahre als Regierungsdirektor verantwortlich für IT-Sicherheit, Datenschutz und Digitalisierung. Promovierter Physiker.